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JHWH in hebräischen Buchstaben

Subtile Formen des Götzendienstes erkennen

"Ich ließ es dich hören, bevor es geschah, damit du nicht sagst: Mein Götterbild hat das vollbracht, mein geschnitztes und gegossenes Bild hat es befohlen."
(Jesaja 48:5, EÜ)

golden kalf2002 © Robert King/e-watchman


Abgötterei war immer schon ein Fallstrick für Gottes Volk. Deshalb lesen wir in der biblischen Geschichte, dass Aaron ein goldenes Kalb machte, das für die Götzendiener Jehovah vergegenwärtigen sollte. Trotz Jehovahs deutlicher Anweisung begannen die Juden kurz nach dem Betreten des Gelobten Landes Baalsbilder und heilige Pfähle anzubeten. Der weiseste Mann jener Zeit, Salomo, baute gegen Ende seines Lebens sogar Tempel für seine ausländischen Frauen, in denen sie ihre Gottheiten anbeten konnten.

Nachdem Israel in zwei Nationen aufgeteilt worden war, wurde Abgötterei im Nördlichen Königreich institutionalisiert, als Jerobeam zur Bequemlichkeit seiner Untertanen an zwei Orten Kälberanbetung einrichtete, so dass sie sich nicht verpflichtet fühlten, zur Anbetung nach Jerusalem zu reisen. Im Laufe der Zeit wurde selbst Jehovahs Tempel in Jerusalem mit allerlei abgöttischen Bildnissen verunreinigt.

Die frühen Christen waren auch angewiesen, sich von Götzendienst zu enthalten; Götzendienst kann jedoch sehr subtile Formen annehmen. Paulus schrieb beispielsweise an die Kolosser und spornte sie an, ihre Gliedmaßen zu töten, so dass sie sich von sexuellen Begierden enthalten würden, die Paulus ebenfalls als Götzendienst bezeichnete. Das Christentum hat uns erkennen lassen, dass dass Götzendienst nicht darauf beschränkt ist, vor irgendeinem Bild zu knien, sondern dass es stattdessen auch damit zu tun hat, menschliche Wünsche vor Gottes Willen zu stellen. Für Christen ist alles, was sich zwischen sie und ihre absolute Hingabe an Gott schiebt, Götzendienst.

Ein einziges Mal wurden die Apostel oder andere prominente Diener Gegenstand der Verehrung. Durch die wunderbare Kraft, die die Apostel ausübten, wurden sie manchmal als Götter verehrt. Menschen zu folgen kann eine Form von Abgötterei sein. Paulus muste die Gemeinde in Korinth zurechtweisen, weil sie zu viel Nachdruck auf Menschen legte. Manche behaupteten zu Paulus zu gehören; andere zu Apollos; und wieder andere behaupteten zu Petrus zu gehören.

Selbst heutzutage gibt es innerhalb der Christenheit die Anbetung von Heiligen. Christen haben es versäumt, sich den letzten Vers des 1. Johannesbriefs zu Herzen zu nehmen. Er lautet: 

"Kindlein, hütet euch vor Götzen." 

Ironischerweise versuchte sogar der Schreiber dieser inspirierten Warnung, Johannes selbst, sich vor einem Engel niederzuwerfen und ihn anzubeten, nachdem er die Offenbarung empfangen hatte. Der Engel warnte ihn unmissverständlich, das nicht zu tun.

Selbst wenn man nur oberflächlich verschiedene Bibelberichte betrachtet, wird deutlich, dass Götzendienst wirklich ein Fallstrick ist, über den Christen leicht zu Fall kommen können. Es scheint sogar, dass wir als Folge unseres sündigen Zustandes von Natur aus zum Götzendienst neigen.

Charles Taze RussellIst das Praktizieren von Götzendienst in der jüngsten Geschichte der Zeugen Jehovahs ausgerottet worden? Nein, diesen Schluss können wir nicht ziehen. Während die Bibelstudenten die Verehrung bekannter Heiliger und Bilder der Christenheit zurückwiesen (mit Ausnahme der Verwendung des Kreuzes in den frühen Tagen der Bibelstudenten), wurde der charismatische Gründer des Wachtturm für viele eine Kultfigur. Viele der frühen Bibelstudenten dachten, dass Charles T. Russell der "treue und verständige Sklave" war, obwohl er selbst dies nie behauptet hat. Infolgedessen weigerte sich ungefähr die Hälfte derjenigen, die mit dem Wachtturm verbunden waren, die Leitung von J. F. Rutherford zu akzeptieren, als Russell plötzlich starb. Bis heute gibt es Personen, die behaupten, zu Charles T. Russell zu gehören.

Joseph Franklin RutherfordSeit dem Tod Russells hat keine Person die Zeugen Jehovahs derart geprägt – selbst der streitbare "Richter" Rutherford nicht. Seit dem Tod des wissenschaft­lichen Fred Franz 1992 hat die Wachtturmgesellschaft sich durch die Abwesenheit einer dominanten Persönlichkeit ausgezeichnet. Es scheint, dass die Personenverherrlichung endlich überwunden ist.

Aber können wir – angesichts dessen, dass wir alle die Tendenz zum Götzendienst haben – wirklich behaupten, dass wir solch eine Neigung überwunden haben? Obwohl es keine charismatische Führungsperson mehr gibt wie früher, sieht es so aus, als ob die Neigung zur Menschenbewunderung sich in eine arglistigere und subtilere Form von Götzendienst verwandelt hat. Anstelle einer bekannten Persönlichkeit scheint jetzt die Wachtturmgesellschaft selbst so allmählich einen prominenteren Platz im Herzen und Geist von Jehovahs Zeugen einzunehmen als Jehovah selbst [und als Jahschua / Jesus selbst auf jeden Fall!]. Das entspricht Abgötterei.

Es ist unbestreitbar, dass der Wachtturm alle Aspekte unseres Glaubens bestimmt. Es ist ebenso unbestritten, dass Konformismus (einheitliche Anpassung) an eine wachsende organisatorische Führung und Verfahrensweisen im Laufe der Zeit der Maßstab unserer Anbetung geworden sind. Und während die biblischen Lehren die Grundlage unseres Glaubens bilden, hat der Wachtturm allein das Recht zu bestimmen, wie Gottes Wort von allen Zeugen Jehovahs zu verstehen ist. Angelegenheiten dem individuellen Gewissen zu überlassen ist ein Konzept zu sein, das auf wenig Verständnis stößt.

Während der treue und verständige Sklave dafür verantwortlich ist, Gottes Hausgemeinschaft zur rechten Zeit mit geistiger Speise zu versorgen, scheint es, dass die Wachtturmgesellschaft viel weiter gegangen ist als der Auftrag, den Christus seinen Sklaven gab. Als Pastor Russell den Wachtturm 1879 gründete, war er nur eine Publikation, die studierenden Christen Stoff zum Nachdenken zu geben versuchte. Die Gemeinden, die in den Vereinigten Staaten und anderswo entstanden, waren nur lose miteinander verbunden, nämlich genau wie die Gemeinden des ersten Jahrhunderts in geistiger Hinsicht.

JW.org Logo in BrooklynNun ist die Organisation eine Milliarden-Gesellschaft geworden mit beträchtlichem Eigentum und einem kleinen Heer von Rechts­anwälten, die die Interessen der Gesellschaft weltweit verteidigen sollen. Während der letzten Jahre sind die Zentrale des Wachtturm, das Bethel in Brooklyn, und andere Zweigbüros weltweit beinahe Mekkas geworden, zu denen die Gläubigen pilgern.

Betrachte z.B., wie gewichtig der Glaube an die Organisation ist: Wenn ein Zeuge Jehovahs gegenüber den Ältesten zugeben würde, dass er/sie den Glauben an Gott und die Bibel verloren hätte, würde wahrscheinlich alles getan, um den Glauben solch einer Person wiederherzustellen. Wenn dieselbe Person jedoch gestehen würde, dass er/sie nicht länger glaubt, dass der Wachtturm Gottes Organisation ist, oder dass er/sie nicht mehr an einzelne Lehren des treuen Sklaven glaubt, würde er /sie wahrscheinlich der Abtrünnigkeit beschuldigt und vielleicht aus der Versammlung ausgeschlossen werden, obwohl die Person vielleicht schon noch an die Bibel glaubt.

Der vorherrschende Gedanke, dass die Gesellschaft keinen Fehler machen kann, wurde einmal in einem kurzen Gespräch von einer Schwester geäußert. Sie zeigte ihre Ablehnung gegenüber einem Glaubensgenossen, der Zweifel an der Richtigkeit einer bestimmten Lehre des Wachtturm geäußert hatte. Sie sagte dann: "Zweifeln am Wachtturm ist wie Zweifeln an Jehovah."

Was diese Schwester offensichtlich nicht begriff, war, dass sie mit ihrer unschuldigen Bemerkung den Wachtturm nicht nur mit Jehovah auf eine Stufe stellte, sondern dass sie den Wachtturm sogar noch über Gott erhob. Wieso das? Weil Jehovah es nämlich durchaus erlaubt, dass er von seinen Anbetern in Frage gestellt wird. Denk nur an die Situation, als Jehovah es in all seiner Demut für gut befand, dass Abraham die Gerechtigkeit seines Urteils gegen Sodom und Gomorra in Frage zog. Auch Jesus ließ sich immer wieder in Frage stellen, sowohl durch seine Jünger als auch durch die Pharisäer. Ist der Wachtturm dann Jehovah und Jesus Christus überlegen?

dasspelden met JW.org logoDie unter Jehovahs Zeugen entstandene Auffassung ist, dass der Wachtturm uns alles erklären wird, was Jehovah uns wissen lassen will. Wir vertrauen dem Wacht­turm dermaßen, dass wir glauben, Jehovah mit ganzem Herzen, Verstand und Seele zu dienen, wenn wir dem Programm folgen, dass durch die Gesellschaft ausgearbeitet ist. Deshalb ist die Haltung entstanden, dass alles, was das Image des Wacht­turm schmälert, jederzeit vermieden werden muss. Das vorherrschende Gefühl hat beispielsweise dazu geführt, dass der Wachtturm den Umfang von Kindesmissbrauch geheim gehalten hat, um das Image der Organisation als angebliches geistiges Paradies zu schützen.

Es ist erwiesen, dass die Brüder in anderen Bereichen bereit waren, zu Irreführung Zuflucht zu nehmen, um den Wachtturm als ein untrügliches Leuchtfeuer zu präsentieren. Als Folge davon werden private Websites wie e-watchman als falsch betrachtet, nicht weil dort Unwahrheiten stehen, sondern weil sie in den Augen von Zeugen Jehovahs dem Glanz des Wachtturms Abbruch tun. Statt sich zu freuen, dass Jehovah einem seiner Diener etwas offenbart hat, finden manche es vielleicht beunruhigend, dass neue Wahrheiten nicht durch die Wachtturmgesellschaft kommen.

cup cakes met JW.org flagsEs ist jedoch sonderbar, wenn nicht beunruhigend, dass, während der Wachtturm die Abgötterei der Christenheit kräftig an der Pranger gestellt und uns auf die geistigen Gefahren aufmerksam gemacht hat, die am Verehren nationaler Symbole etc. kleben, wir nicht ein einziges Mal davor gewarnt werden, dem Wachtturm selbst zuviel Wichtigkeit zuzuerkennen. Es scheint, dass das Modell für das endgültige Urteil schon gebildet ist, statt alle Zeugen Jehovahs aufzufordern, ihre Loyalität mehr gegenüber Jehovah Gott direkt zu zeigen.

Wenn Jehovah selbst sagt, dass jedes erhöhte Ding niedergebeugt werden muss, bevor Seine Herrlichkeit enthüllt wird, was müssen wir dann daraus schließen hinsichtlich der Zukunft der imposanten Wachtturm-Organisation? Oder anders gesagt:

Dies sind schwere Prüfungen, die in Aussicht stehen und auf die der Wachtturm uns nicht vorbereitet hat. Die Versuchungen, die uns unweigerlich treffen werden, können nicht überwunden werden, indem man nur an der Führung der Organisation festhält, sondern nur durch eine persönliche Demonstration von jemandes unerschütterlichem Glauben in die rettende Kraft Jehovahs und Christi Jesu.

Leider gibt es bis heute noch immer Götzendienst unter Jehovahs Volk. Jehovah hat in der Schrift jedoch vorausgesagt, auf welche Weise er ein für allemal das uralte Problem der Abgötterei kurieren wird.

Das 48. Kapitel von Jesaja erklärt, dass Jehovah einen beträchtlichen Teil biblischer Wahrheiten vor seiner geistigen Nation bis zu einer zukünftigen Zeit verborgen hält. Jesaja 48:6, 7 spricht wie aus einer zukünftigen Zeit zu uns, wenn Gott offenbart, was er bis dahin aufgespart hat. Es heißt: 

"Du hast gehört. Sieh es alles an. Was euch betrifft, werdet ihr es nicht berichten? Ich habe dich neue Dinge hören lassen von der gegenwärtigen Zeit an, ja aufgesparte Dinge, die du nicht gekannt hast."

Welchem Ziel könnte es dienen, wenn Jehovah Dinge vor seinen Dienern verbirgt? Der 5. Vers erklärt: "... damit du nicht sagen würdest: ‚Mein eigener Götze hat sie getan, und mein eigenes geschnitztes Bild und mein eigenes gegossenes Bild haben sie geboten.'" (Jesaja 48:5)

golden kalf met JW.org logoEs kann argumentiert werden, dass die obigen Urteile aus Jesaja noch nicht stattgefunden haben. Weil sie während der Zeit von Jehovahs Zorn kommen werden, wenn Seine Diener in den brennenden Schmelzofen der Trübsal geworfen werden, muss der Götze, auf den Jehovah verweist, die Wachtturmgesellschaft sein. Gott hat es für richtig geachtet, wesentliche Offenbarungen zurückzuhalten, weil der Wachtturm annimmt, dass er bereits Gottes Wahrheiten an Jehovahs Hausgenossen vermittelt. Während der Periode von Bedrängnis und Elend wird Jehovah sowohl Gott als auch König im vollständigem Sinn, indem er seine gedemütigte Dienerschaft zurückkauft und ihnen die aufgesparten Dinge direkt enthüllt.

Dass Jehovah seinem Volk Licht vorenthält, um dadurch unseren Wachtturm-Götzen zuschande zu machen, wird aus dem 11. Vers deutlich, wo steht: 

"Um meiner selbst willen, um meiner selbst willen werde ich handeln, denn wie könnte man sich selbst entweihen lassen? Und meine eigene Herrlichkeit werde ich sonst keinem geben." (Jesaja 48:11)

Das 30. Kapitel von Jesaja bespricht Jehovahs Urteile in Hinblick darauf noch detaillierter. Dies wird besprochen im Artikel: 
"Der Zusammenbruch des Wachtturm".

 

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