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JHWH in hebräischen Buchstaben
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Sabbat, Torah, die 10 Gebote:
Was gilt für Christen heute noch?

01.04.2018

Kerzenanzuenden am Sabbat © Reuters/G. Tomasevic

 



Abbildung:
Am Anfang des Sabbat entzündet eine Jüdin die zwei Sabbat­kerzen und spricht dabei einen Segen.

 

 

Immer wieder begegnen uns in christlichen Foren die Fragen:

 

Machen wir zuerst eine Begriffsklärung:

Sabbat שבת

Sabbat (auch Schabbat; Betonung auf dem zweiten "a") bedeutet auf hebräisch ‚ruhen, aufhören, ablassen'.

Der jüdische Sabbat beginnt am Freitagabend mit Sonnenuntergang und dauert bis Samstagabend zum Sonnenuntergang. Er umfasst den Sabbatsegen, ein Festmahl, Schriftlesungen und Gebete. In dieser Zeit ist Arbeit streng verboten, wozu auch Kochen, Telefonieren, Autofahren und selbst das Betätigen eines Lichtschalters zählt.

Das Sabbatgebot ist das vierte der zehn Gebote, die Jahuah Gott seinem Bundesvolk gab, den Israeliten.

 

Die zehn Gebote

Moses erhielt von Jahuah (JHWH) Gott zwei Steintafeln mit folgenden Gesetzen für Gottes Volk:

  1. Moses hält zwei moderne Tablets mit den 10 GebotenbletsDu sollst keine anderen Götter neben mir haben.
  2. Du sollst dir kein Bild zum Anbeten machen.
  3. Du sollst den Namen Jahuahs nicht missbrauchen.
  4. Du sollst den Sabbat heiligen.
  5. Du sollst Vater und Mutter ehren.
  6. Du sollst nicht morden.
  7. Du sollst nicht ehebrechen.
  8. Du sollst nicht stehlen.
  9. Du sollst nicht falsch über deinen Nächsten reden.
  10. Du sollst nicht deines Nächsten Frau, Hab und Gut begehren.

 

 

Torah תּוֹרָה

Torah (auch Thora, Tora; Betonung auf "a") bedeutet auf hebräisch ‚Gebot, Weisung, Belehrung'.

Die Torah besteht aus den ersten fünf Büchern der hebräischen Bibel (des Tanach). In den deutschen christlichen Bibelübersetzungen sind dies die fünf Bücher Mose. Sie enthalten neben berichtenden Teilen 613 Gebote und Verbote, alles Anweisungen für Gottes Bundesvolk, die Israeliten.

Torah: erste 5 Bücher des A.T.

So weit, so gut.

Um die Sache aber nun nicht unnötig einfach und übersichtlich zu machen, wird die gesamte hebräische Bibel manchmal auch "Torah" genannt. Außerdem gibt es noch eine mündliche Torah, die ca. 200 n. Chr. aufgeschrieben und "Mischna" genannt wurde. Diese Mischna wurde kommentiert, ausgedeutet und bildete dann den "Talmud". Puh, verwirrend!

Wir konzentrieren uns hier auf die Torah als die ersten 5 Bücher Mose.

 

Stehen Christen "unter Gesetz"?

In biblischer Sprache umfasst der Begriff "Gesetz" das in der Torah niedergeschriebene

Beides war untrennbar verbunden und für jeden Israeliten und Proselyten Pflicht:

"So sollen also die Israeliten den Sabbat beobachten,
indem sie den Ruhetag von Geschlecht zu Geschlecht feiern,
als eine ewige Verpflichtung."
(2. Mose 31:16; Menge)

Sollte diese "ewige Verpflichtung" niemals enden? Ist sie auch auf uns Christen übergegangen?

 

1) Die Verpflichtung galt für die Israeliten, nicht für andere Völker.

Aber heißt es nicht, dass Nichtjuden ("Heiden") in Gottes auserwähltes Volk eingesetzt werden sollten wie die Zweige eines wilden Olivenbaumes in einen edlen Olivenbaum?

Olivenbaum eingepfropft"Nun sind einige Zweige
an dem edlen Ölbaum

[dem Volk Israel]

ausgebrochen worden,
und unter die übrigen
wurdet ihr
[andere Volkszugehörige]
als neue Zweige eingepfropft.
Obwohl ihr von einem
wilden Ölbaum stammt,
habt ihr jetzt Anteil
an den guten Säften
des edlen Ölbaums."

(Römer 11:17; GN)


Das ist richtig; ABER dieses "Einpfropfen" geschah und geschieht noch immer auf der Basis des Neuen Bundes, nicht mehr auf der Basis des alten Bundes (Mosaischer Bund). Dazu mehr in Punkt 3).

 

2) "Ewig" oder nur "auf unabsehbare Zeit"?

Sollte der Gesetzesbund für immer gelten, also ohne Ende?
Interessant ist die folgende Übersetzung des oben zitierten Bibelverses:

"Und die Söhne Israels sollen den Sabbat halten, um den Sabbat durch ihre Generationen hindurch zu begehen. Es ist ein Bund auf unabsehbare Zeit." (2. Mose 31:16; NWÜ)

Ist das nicht eine Verfälschung des Wortsinns?

Schauen wir uns den hebräischen Text im Original an (Achtung – Leserichtung von rechts nach links!):

hebräischer Text von 2. Mose 31 Vers 16
(Quelle: biblehub.com)

 

Das rot eingerahmte hebräische Wort ʽōlám hat die Bedeutung von unabsehbarer oder unbestimmter Zeit oder langer Dauer. Passende Übersetzungen sind auch "auf unabsehbare Zeit dauernd", "vor alters", "aus alter Zeit"oder "langwährend".

Das Wort olám kann auch etwas Ewiges bezeichnen wie z.B. in Psalm 90:2: "JHWH ist von Ewigkeit zu Ewigkeit."

Doch im Gegensatz zum hebräischen Wort adh, welches immer die unbegrenzte zukünftige Zeit, die Unendlichkeit oder Ewigkeit bezeichnet (z.B. in Psalm 45:6), bezieht sich der Ausdruck olám auch oft auf Dinge, die ein Ende haben, aber deren Zeit des Endes nicht bestimmt ist.

So auch der 'auf unabsehbare Zeit dauernde' Gesetzesbund, der mit Jesu Tod und der Einführung eines neuen Bundes endete.

Belegstellen der Bibel sind u.a.:

"Denn das Endziel des Gesetzes ist Christus,
jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit."
(Römer 10:4, Elberfelder)

"Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann
steht ihr nicht unter dem Gesetz."
(Galater 5:18, EÜ)

"Lasst euch deshalb von niemandem verurteilen, nur weil ihr bestimmte Dinge esst oder trinkt oder weil ihr bestimmte Feiertage, religiöse Feste oder Sabbate haltet oder nicht haltet. Denn diese sind nur ein Schatten des Zukünftigen. Die Wirklichkeit aber ist Christus selbst." (Kolosser 2:16, 17, NLB)

"Christus ist also der Vermittler eines neuen Bundes. Mit seinem Tod hat er für die unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen bezahlt, sodass jetzt alle, die Gott berufen hat, losgekauft sind und das ihnen zugesagte unvergängliche Erbe in Besitz nehmen können." (Hebräer 9:15, NGÜ)

 

 

3) Der alte Bund wird erfüllt und endet,
der neue Bund beginnt

Wenn du dich mit der gesamten Bibel als Ganzes beschäftigst, wirst du erkennen, dass sich hierdurch die Voraussagen der großen Propheten erfüllen.

Voraussage:

"Passt auf! Die Zeit wird kommen" , spricht Jahuah, "da schließe ich einen neuen Bund mit Israel und Juda.

Eheringe, der eine ist zerbrochenEr ist nicht mit dem zu vergleichen, den ich damals mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm und aus Ägypten herausführte. Diesen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr war", spricht Jahuah.

"Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließen werde, wird ganz anders sein", spricht Jahuah. "Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, ich lege es tief in sie hinein. So werde ich ihr Gott sein und sie mein Volk." (Jeremia 31:31-33, NevÜ)

 

Erfüllung seit dem Jahr 33 u.Z. bis heute:

"Aber jetzt stehen wir nicht mehr unter dem Gesetz; wir sind tot für das Gesetz, das uns früher gefangen hielt. So dienen wir Gott in einem neuen Leben, das sein Geist in uns schafft, und nicht mehr auf die alte Weise nach dem Buchstaben des Gesetzes." (Römer 7:6, GN)

 

4) Die Beschneidungsfrage – Prüfstein für den jungen Glauben

In den Christengemeinden des 1. Jahrhunderts erhob sich auch immer wieder die Frage: "Müssen wir uns an das Mosaische Gesetz halten?"

Bestimmte Judenchristen forderten z.B., Nicht-Juden müssten sich zuerst rituell beschneiden lassen (Circumcision), ehe sie Christen werden durften, und das sorgte für beträchtlichen Unfrieden und Spaltungen unter Christi Nachfolgern:

"Doch einige derer von der Sekte der Pharisäer, die gläubig geworden waren, erhoben sich von ihren Sitzen und sprachen: "Es ist notwendig, daß man sie beschneide und ihnen gebiete, das Gesetz Mose [die Torah] zu halten. 6 Da versammelten sich die Apostel und die älteren Männer, um diese Angelegenheit zu erwägen.

10 "Nun denn, [sprach Petrus] warum stellt ihr Gott auf die Probe, indem ihr den Jüngern ein Joch auf den Nacken legt, das weder unsere Vorväter noch wir tragen konnten? 11 Im Gegenteil, wir vertrauen, daß wir durch die unverdiente Güte des Herrn Jesus auf dieselbe Weise gerettet werden wie auch jene." (Apostelgeschichte 15:5, 10, 11)

 

Menschen haben viele Meinungen – aber wie war Gottes Ansicht darüber?

Apostelgeschichte Kapitel 15 gibt uns unmissverständlich die Antwort. Ausdrücklich unter der Wirkung von Gottes heiligem Geist verfassten sie ein klärendes Schreiben an die Gemeinden:

"Weil wir gehört haben, dass einige von den Unsern, denen wir doch nichts befohlen hatten, euch mit Lehren irregemacht und eure Seelen verwirrt haben, so haben wir, einmütig versammelt, beschlossen, Männer auszuwählen und zu euch zu senden [...] Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter KEINE LAST aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom Götzenopferfleisch und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl!" (Apostelgeschichte 15:24-29, Luther)

 

 

5) Christus ist das Ende des Gesetzes

 

Aber hat denn Jahuscha (Jesus Christus) nicht selbst den Sabbat und die 10 Gebote gehalten und die jüdischen Feste und Opferregeln befolgt?

Ja natürlich! Denn bis zu seinem Opfertod stand er als geborener Israelit unter dem alten Mosaischen Gesetzesbund. Doch mit seinem Tod ERFÜLLTE er diesen alten Bund (was vor ihm noch nie ein Mensch geschafft hatte) und SETZTE den Neuen Bund durch sein vergossenes Blut IN KRAFT.

 

Der Neue Bund erfüllt und ersetzt den Gesetzesbund

"Denn Christus ist das vollständige Ende des GESETZES,
jedem zur Gerechtigkeit, der Glauben ausübt."
(Römer 10:4)

 



betende FrauNatürlich steht es jedem Christen frei, seinen Wochenablauf und seine Gebets- und Studierzeiten so auszugestalten, wie es ihm richtig erscheint und gefällt.

Wir halten es aber aus den dargelegten Gründen für unangebracht, andere Christen auf den Sabbat oder "die Torah" zu verpflichten oder ihnen sogar anzudrohen, sie könnten sonst keine Rettung erlangen! So wie es die Pharisäer taten! Das wäre nach unserem Verständnis überholt und veraltet und würde das ein für alle Mal erbrachte Liebesopfer Jahuschas ebenso ignorieren wie wenn man weiterhin das Passah feiern oder Tieropfer schlachten würde.

Nebenbei bemerkt ... wenn, dann hatte man das GANZE Gesetz mit ALLEN Bestimmungen zu halten. Keine Rosinenpickerei! (Galater 5:3)

"Denn alle die, die sich auf Gesetzeswerke verlassen,
sind unter einem Fluch
; denn es steht geschrieben:
'Verflucht ist jeder, der nicht bei ALLEN [!] Dingen bleibt,
die in der Buchrolle des GESETZES geschrieben sind,
um sie zu tun.' [!!!]
Dass übrigens durch Gesetz niemand bei Gott gerechtgesprochen wird, ist offenkundig, denn
'der Gerechte wird zufolge des Glaubens leben'.
Das GESETZ nun hält sich nicht an [den] Glauben,
sondern 'wer sie tut, wird durch sie leben'."

(Galater 3:10-12)

"... Ich bezeuge ihnen, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht gemäß genauer Erkenntnis; denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkannten, sondern ihre eigene aufzurichten suchten, unterwarfen sie sich nicht der Gerechtigkeit Gottes." (Römer 10:1-3)

 

 

Christus hat uns vom Fluch des GESETZES losgekauft und leitet uns durch Geist, nicht durch Gesetz! Hallelujah!

Und was nun? Sind die 10 Gebote für uns Nachfolger Christi ungültig? Lassen wir unseren Retter und König Jahuscha selbst die Antwort geben:

"Und in der Absicht, ihn auf die Probe zu stellen, fragte ihn einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer: "Meister, welches Gebot ist das höchste im Gesetz?"
Er sagte zu ihm: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das höchste und erste Gebot.
Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten."
(Matthäus 22:35-40, Zürcher Bibel)

Jahuschas Antwort bestand nicht einfach nur aus einer Gewichtung, also die zwei wichtigsten aus den 10 Geboten zu nennen. Nein – seine Antwort war noch viel mehr!

Beachte, dass er die beiden Gebote ganz anders formulierte als die ursprünglichen 10 Gebote, die auf Stein geschrieben wurden:

Tafeln aus Stein
"Du sollst keine ... /

Du sollst nicht ..."

 

Jahuscha dagegen formulierte positiv
und umfassend:

Tafel aus Fleisch: ein Herz
"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen ...

und deinen Nächsten wie dich selbst."

 

Auch der letzte Satz, "An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten", lässt darauf schließen, dass er hier DIE ESSENZ DES GESETZES herausstellte, den eigentlichen tiefen Sinn und die Geisteshaltung, die in den Neuen Bund (der auf Herzen geschrieben wird) übergehen sollte.

Er zitierte bereits aus dem "Gesetzbuch der Zukunft"!

Wer Gott und seinen Nächsten wirklich von Herzen liebt, wird nicht Götzen verehren, morden, stehlen, lügen, ehebrechen etc. .

In diesem Sinne wirken die 10 Gebote wie ein Vorschatten der tiefen christlichen Liebe, Verbundenheit und Empathie, die sich Jahuscha von allen seinen Nachfolgern wünscht.

Empathie, Mitgefühl unter Gläubigen



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