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JHWH in hebräischen Buchstaben
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Sklave auf Bewährung Dieser Artikel ist besonders für Zeugen Jehovas interessant

Im Rahmen seiner Endzeitprophezeiungen in Matthäus Kapitel 24 wies Jesus auf einen "treuen und verständigen Sklaven" hin, "den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben." (Matthäus 24:45, NW)

Gemälde Bauernhochzeit von Pieter Bruegel dem Älteren

Während in vielen christlichen Gruppierungen weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass die beschriebenen Merkmale der Endzeit (das "kombinierte Zeichen") heute in zunehmendem Maße zu beobachten sind, gibt es zum "treuen und verständigen Sklaven" verschiedene Deutungsangebote. Allein innerhalb der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas bezeichnete der biblische Ausdruck ...

  1. eine Einzelperson, nämlich den Gründer und Präsidenten der Wachtturmgesellschaft, Charles T. Russell,
  2. die Gesamtheit der geistgesalbten Christen mit himmlischer Hoffnung, die zur Zeit auf der Erde leben,
  3. den Teil der Geistgesalbten mit himmlischer Hoffnung, die mit dem Herausgeben bibelerklärender Schriften beschäftigt sind,
  4. die leitende Körperschaft, eine Gruppe von aktuell
    sieben geistgesalbten Männern mit himmlischer Hoffnung.

Warum ist es wichtig, die Identität des "Sklaven" klar zu erkennen? Weil Jesus für die heutige Endzeit mit diesem "Sklaven" ein Funktionsorgan angekündigt hat, das uns geistig und spirituell nicht nur bei Kräften halten, sondern auch erfreuen soll – so wie man Speise nicht nur isst und verwertet, sondern auch genießt.

Das ist die Aufgabe des Sklaven, und das sollte die Wirkung seiner Tätigkeit auf uns alle sein.

Aus zwei Gründen ist es entscheidend zu erkennen, was dieser "Sklave" ist und was er nicht ist:

Im Hinblick auf den "treuen und verständigen Sklaven" hat zu Beginn des Jahres 2015 ein ganz stiller Paradigmenwechsel stattgefunden.

Im Wachtturm, Studienausgabe vom 15. März 2015, steht auf Seite 22 unter dem Zwischentitel "WANN KOMMT DER HERR, UM ABZURECHNEN?" folgendes:

"Gegen Ende der großen Drangsal, die kurz bevorsteht, wird Jesus kommen, um mit seinen Sklaven abzurechnen."

Originaltext aus dem Wachtturm

Was bedeutet dieser unscheinbare Satz in Wirklichkeit?

  1. Jesus als "Hausherr" aus dem Gleichnis ist noch nicht "zurückgekehrt".
  2. Jesus hat bisher noch nicht mit seinem "Sklaven" oder "Verwalter" abgerechnet.

Mit anderen Worten: Da wir noch nicht in der großen Drangsal sind, erweist sich die bisherige Lehre der Zeugen Jehovas im "neuen Licht" dieses Studienartikels als falsche Behauptung. 1919 hat Jesus NICHT die Gruppe, die sich selbst als "treuen und verständigen Sklaven" bezeichnet, belohnt und über all seine Habe gesetzt. Weder ist das 1919 passiert noch bis zum heutigen Tag.

Das hat weitreichende logische Konsequenzen.

Erstens: Falsche Bezeichnung

Da Jesus derjenige ist, der mit dem kollektiven Sklaven abrechnen und seine Arbeit bewerten wird, und da diese Bewertung noch in der Zukunft liegt, steht es niemandem zu, sich selbst schon im Voraus als "treuer und verständiger Sklave" zu bezeichnen. Das würde bedeuten, Jesu Urteil vorzugreifen und sich auf seinen Richterstuhl zu setzen, was sehr respektlos ihm gegenüber wäre, aber auch dem gegenüber, der ihm diese höchste Autorität und Urteilsgewalt verliehen hat, Jehova Gott.

Nein, der "Sklave", der Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Austeilen geistiger Speise begann, befindet sich aus Jesu Sicht noch immer in der Phase, in der er sich durch seine Arbeit, seine innere Einstellung und liebevolle Vorgehensweise bewähren muss, er ist

"Sklave auf Bewährung"

Zweitens: Falsche Stellenbeschreibung

Da Jesus noch nicht mit dem "Sklaven a. B." abgerechnet hat, hat er ihn auch nicht über all seine Habe gesetzt. Der "Sklave" ist somit gar nicht autorisiert, über alles zu herrschen: Menschen, Material, Prophezeiungen, Dogmen – er hat sich diese Tätigkeitsfelder entgegen der Anweisung seines Herrn selbst angeeignet.
Das wiederum erklärt, warum es soviel destruktiven Wildwuchs innerhalb der WT-Organisation gibt. Unter dem Präsidenten "Judge" Rutherford begann sich die WTBT Gesellschaft zu dem straff zentralistisch organisierten Glaubensunternehmen auszubilden, das wir heute sehen.

Der Sklave hat die Aufgabe, gute Speise auszuteilen – nicht zu schauen, ob jeder jeden Bissen 23mal kaut, ob das Besteck rechtwinklig auf dem Tischtuch liegt oder ob jeder täglich vorschriftsmäßig Verdauung hat. Nur zubereiten und austeilen, mit Liebe, Geist und Wahrheit.

Der Sklave ist nicht Richter, Herrscher, Henker, sondern laut Stellenbeschreibung einfach

"Koch und Kellner"


Hat der "Sklave auf Bewährung" denn etwas anderes zu erwarten als Jesu Anerkennung und Lob ?

O ja. Jesus wendete vier Gleichnisse auf, um potenzielles Wohlverhalten, aber auch Fehlverhalten dieser Gesalbten-Gruppe aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten:

Wäre dieser Aufwand nicht unnötig gewesen, wenn die einzelnen Mitglieder dieser Gruppe gar nicht falsch handeln könnten? Abgesehen davon, dass dies der Klärung der universellen Streitfragen entgegen stehen und auch noch gegen Jehovas Konzept der Willensfreiheit verstoßen würde ...

Nein, Jesus warnte seine ernannten Diener nachdrücklich vor der realen Möglichkeit des Scheiterns: Wer das Vertrauen seines Herrn verrät und seine Autorität missbraucht, der wird nicht nur am himmlischen "Hochzeitsfest des Bräutigams" nicht teilnehmen dürfen, sondern sogar hinausgeworfen werden, heulen und mit den Zähnen knirschen, was auf ewige Vernichtung hindeutet!

Der übelgesinnte Sklave wird in Stücke gehauen!

Ist die Sache wirklich so ernst? Nehmen wir den Bibeltext vom "treuen und verständigen Sklaven" genauer unter die Lupe. Was wäre die Konsequenz, wenn dieser kollektive "Diener" über seine Befugnis hinausgehen, seine Mitdiener misshandeln und saufen würde? Dann würde sein Herr ihn bei seiner unerwarteten Wiederkunft "mit der größten Strenge bestrafen" (Matthäus 24:51, NW).

Interessant ist, dass andere Übersetzungen die Bestrafung des bösartigen Dieners wesentlich drastischer ausdrücken. Die eher moderate Einheitsübersetzung und die Gute Nachricht sowie Luther 1984 sprechen von "in Stücke hauen", die Elberfelder Übersetzung von "entzweischneiden", Schlachter von "entzweihauen", die Vulgata von "teilen" (dividet eum).

Astgabel mit verdorrtem und grünem ZweigIm Urtext steht das griechische Wort "dichotomesei", eine Verbform. Griechisch διχότομος bedeutet "halbgeteilt, entzweigeschnitten, in zwei Teile gespalten". Dichotomie bedeutet wörtlich "Zweiteilung" und bezeichnet eine Struktur aus zwei Teilen, die einander gegenüberstehen, oder eine Aufteilung in zwei gegensätzliche Teile.

Aus der Wortwahl lässt sich deuten, was Jesus bei seiner zweiten Ankunft tun wird, nämlich:

Fangfrage: "Akzeptierst du den treuen und verständigen Sklaven?"

Gewissenhafte Antwort: "Natürlich akzeptiere ich, dass Jesus einen kollektiven "Sklaven" beauftragt hat. Aber wie die Leitende Körperschaft selbst sagt: Jesus hat noch nicht mit ihm abgerechnet, und deshalb möchte ich Jesu Urteil nicht vorgreifen."

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