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JHWH in hebräischen Buchstaben
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Wo fließt Wahrheit? Dieser Artikel ist besonders für Zeugen Jehovas interessant

 

Duschkopf wechselt von hartem Strahl zu weichen Strahlen

Die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas betrachtet sich als den einzigen von Gott erwählten Kanal, durch den Jehova heute zu uns spricht. Der Wachtturm vom 01.08.2012 behandelt unter der Überschrift "Sich loyal göttlicher Autorität unterwerfen" das Thema wie folgt:

"Den heutigen Kanal identifizieren

Jesu gesalbte Fußstapfennachfolger [bilden] als Gruppe die "königliche Priesterschaft", die Petrus auch eine "heilige Nation" nannte. Sie sind der Kanal, durch den Jehova seinem Volk Anweisungen und biblische Anleitung zukommen lässt (Matthäus 24:45-47)."

Ein veraltetes Verständnis? Hier ein neueres Zitat aus dem Wachtturm vom 15.07.2013:

"Dieser zuverlässige Sklave ist der Kanal, durch den Jesus seine wahren Nachfolger in dieser Zeit des Endes nährt."

Die Formulierung "der Kanal" suggeriert, er sei der einzige Kanal, den Jehova benutze. Was passiert, wenn man auch noch andere "Kanäle" der Wahrheit beachtet, oder auch nur die Möglichkeit ihrer Existenz in Erwägung zieht? Das wird als Illoyalität, Abtrünnigkeit und sogar als offene Rebellion gesehen, wofür man warnende biblische Beispiele anführt:

Korah, Dathan und Abiram erkannten nicht die besondere Autorität an, die Moses und Aaron durch Jehova persönlich verliehen wurde:

"Die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und Jehova ist in ihrer Mitte. Warum also solltet ihr euch über die Versammlung Jehovas erheben?" (4. Mose 16:1-3)

Sie wollten auch Priesterdienste tun und wurden mitsamt ihren 250 Sympathisanten durch Jehovas Gericht vernichtet.

Auch Aaron und Miriam, die leiblichen Geschwister Mose, stellten die Frage nach dem Mitteilungskanal:

"Hat Jehova nur durch Moses allein geredet? Hat er nicht auch durch uns geredet?" (4. Mose 12:1, 2)

Weil sie sich dagegen auflehnte, dass Jehova persönlich Moses ausgewählt hatte, bestrafte Gott Miriam vorübergehend mit Aussatz.

Warum lehnte Jehova ihre Bestrebungen ab? War es nicht erlaubt, so etwas zu fragen? Oder steckten falsche Beweggründe hinter diesen Fragen?

"Statt sich der göttlichen Autorität zu unterwerfen, wurden sie unzufrieden und ließen Stolz, Ehrgeiz und Eifersucht in sich aufkommen," analysiert der Studienartikel. (WT 01.08.2012)

Unzufriedenheit, Stolz, Ehrgeiz und Eifersucht – kann man diese Motive auch denjenigen unterstellt, die heute eigene intensive Bibelforschung betreiben und ihre Ergebnisse mit denen anderer austauschen wollen?

Nun, ehrgeizige Motive sind nicht völlig auszuschließen. In den allermeisten Fällen ist es jedoch die gleiche lobenswerte Einstellung wie die der Juden in Beröa, die heute Männer und Frauen jeden Alters drängt, immer tiefer nach geistigen Schätzen zu graben:

"[Die Juden in Beröa] hörten sich aufmerksam an, was Paulus und Silas lehrten, und forschten täglich nach, ob dies mit der Heiligen Schrift übereinstimmte." (Apostelgeschichte 17:11, HfA)

Paulus lobte diese Einstellung als edel, bereitwillig, aufgeschlossen, unvoreingenommen, offen, sorgfältig – mit einem Wort: engagiert auf der Suche nach der biblischen Wahrheit, die Jehovas Sichtweise widerspiegelt. Offensichtlich wollte der Autor der Bibel, der allmächtige Schöpfer des Universums, dass dieses nachahmenswerte Beispiel der Beröer aufgezeichnet wurde und allen Wahrheitssuchenden bis heute als gutes Vorbild dient.

Wahrheitsquellen – zentral
oder dezentral?

Ergibt sich daraus nicht ein Widerspruch? Matthäus Kapitel 24:45-51 skizziert eine zentralisierte Versorgung des Gottesvolkes mit göttlicher Anleitung, Apostelgeschichte 17:11 dagegen eine dezentrale, eigenständige Nachforschung. Interessant sind in diesem Zusammenhang weitere Endzeit-Prophezeiungen:

"Du aber, Daniel, bewahr diese Botschaft sorgfältig auf! Schreib all diese Worte in ein Buch, und versiegle es, bis es am Ende der Zeit geöffnet wird. Viele werden es erforschen und zu immer größerer Erkenntnis gelangen." (Daniel 12:4, HfA)

"Und danach soll es geschehen, daß ich meinen Geist auf Fleisch von jeder Art ausgießen werde, und eure Söhne und eure Töchter werden tatsächlich prophezeien. Was eure alten Männer betrifft, Träume werden sie haben. Was eure jungen Männer betrifft, Visionen werden sie sehen. Und sogar auf die Knechte und auf die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen." (Joel 2:28,29, NW)

Joels Prophezeiung differenziert zwischen zwei verschiedenen Personengruppen:

  1. "Söhne und Töchter" einerseits, was auf Geistgesalbte hindeutet, die von Gott "an Sohnes statt" angenommen oder adoptiert worden sind (Galater 4:5-7)

  2. "Knechte und Mägde" andererseits: Menschen mit irdischer Zukunftshoffnung, "andere Schafe", die "große Volksmenge" (Johannes 10:16; Offenbarung 7:9,14)

Das kann bedeuten, dass in der Endzeit beide Personengruppen gleichzeitig durch Jehovas machtvollen Geist inspiriert werden (sowohl – als auch), oder dass sich zu der Zeit ein Wandel von der ersten Gruppe zur zweiten Gruppe vollzieht (zuerst – danach). Bemerkenswerterweise sagt der Studienartikel "Diese Art zu lehren gefiel Jehova" im Wachtturm vom 15.03.2015:

"Und dieselbe Kraft [der heilige Geist] hilft auch wahren Christen heute, die göttliche Wahrheit zu erfassen und "selbst die tiefen Dinge Gottes" für uns zugänglicher und klarer zu machen."

Ausschnitt aus dem Wachtturm vom 15.03.2015



Wer ist ein wahrer Christ? Jeder, der aufrichtig, demütig und glaubensvoll nach der Wahrheit forscht und dabei um Gottes heiligen Geist als Helfer bittet.

Geoffrey Jackson, Mitglied der siebenköpfigen Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas, beantwortete am 14.08.2015 bei einer öffentlichen Anhörung in Australien die Frage:

Geoffrey Jackson vor der australischen KommissionQ: "Betrachtet die Leitende Körperschaft
sich selbst als Sprecher Gottes auf Erden?"

GJ: "Das, denke ich, wäre ziemlich anmaßend zu sagen, wir seien die einzigen Sprecher, die Gott benutzt," antwortete Jackson.

Wir finden, damit hat er ein wahres Wort gelassen ausgesprochen.

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