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JHWH in hebräischen Buchstaben

Das Mädchen und das Kettchen

25.07.2016

Es war einmal ein kleines Mädchen, das mit noch ein paar Geschwistern in einer lieben, harmonischen Familie aufwuchs. Geld hatte die Familie nicht viel, aber sie hatten genug zu essen und zu trinken.

Mutter und TochterDas Mädchen ging immer gerne mit ihrer Mutter einkaufen. Das fanden sie beide behaglich, und das Mädchen quengelte niemals, ob sie dies oder das haben durfte. Nein, sie half ihrer Mutter, die benötigten Einkäufe zu finden, und sie wusste jeweils genau, welches die günstigsten Produkte waren, obwohl sie noch gar nicht lesen, schreiben oder rechnen konnte.

Sie genossen beide das Einkaufen, und Mutter konnte es nicht lassen, sie ab und zu mal richtig zu drücken.

Hin und wieder überraschte Mutter sie mit einem Eis.

Eines Tages kamen sie an einem Spielzeugladen vorbei, und da blieb sie wie angewurzelt vor einem Regal mit unechtem Schmuck stehen. "Oh Mama, schau doch mal, was für ein schönes Kettchen da hängt. Mama, darf ich die haben?"

PlastikkettchenMama hatte diesen Monat schon extra Ausgaben gehabt und erkannte, dass sie dann den anderen Kinderen auch etwas mitbringen musste; deshalb war es nicht drin.

Das Mädchen war richtig enttäuscht; sie war richtig verliebt in das Kettchen, und langsam stiegen ihr die Tränen in die Augen.

"Weißt du was?" sagte Mama: "Du bekommst doch Taschengeld. Wenn du nun tüchtig sparst, dann kannst du sie von deinem eigenen Taschengeld kaufen."

Ihre Augen begannen wieder zu glänzen, und sie gingen guter Laune nach Hause.

Sie war immer sparsam mit ihrem Taschengeld umgegangen, und nachdem sie es gezählt hatte, sah sie, dass sie nur noch ein paar Wochen zu sparen brauchte. Jedes Mal, wenn sie einkaufen gingen, ging sie sofort nachschauen, ob das Kettchen noch dort hing. Kurz bevor sie genug gespart hatte, schien das Kettchen verkauft worden zu sein. Tief enttäuscht gingen sie nach Hause. Ihre Mutter versuchte sie zu trösten und sagte: "Wenn du gut weiter sparst, dann kommen bestimmt bald neue Kettchen, und dann kannst du gleich eines kaufen."

Das tat sie, und tatsächlich: das nächste Mal hing da wieder ein ähnliches Kettchen, aber dieses fand sie sogar noch schöner, und sie konnte es sofort kaufen.

Ihr Tag war gerettet. Hüpfend und tanzend ging sie nach Hause und zeigte es stolz herum.

MädchenAbends, als Papa nach Hause kam, sprang sie gleich auf seinen Schoß und zeigte ihm stolz ihr schönes Kettchen. Papa bewunderte das Kettchen und fand es auch sehr schön.

Die Zeit verging, und das Mädchen freute sich weiterhin an dem Kettchen, zog es außer nachts auch niemals aus und spielte immer damit. Es war und blieb ihr lieb und teuer.

Eines Tages, als sie wieder bei ihrem Vater auf den Schoß kroch, nachdem er von der Arbeit gekommen war, plapperte sie wie ein Wasserfall über das, was sie heute erlebt hatte. Vater sah, dass das Kettchen schon ziemlich abblätterte und nicht mehr wirklich schön war. Eines Abends fragte ihr Vater auf einmal in einem ernsten Tonfall: "Mein liebes Mädel, schau mich mal an", und stellte die überflüssige Frage: "Liebst du mich?" "Ja, natürlich, Papa, das weißst du doch!" und sie gab ihm eine dicke Umarmung. "Dann gib mir dein Kettchen", sagte er und hielt seine Hand auf.

Das Mädchen erschrak, wurde still und musste ein paar Mal schlucken. Das hätte sie niemals erwartet: dass Papa das Schönste, was sie besaß, von ihr haben wollte. Verständnislos ließ sie sich langsam von seinem Schoß gleiten und lief bedrückt in ihr Zimmer.

In der folgenden Woche wiederholte das Ritual sich, und wieder ging sie bedrückt in ihr Zimmer.

Zum dritten Mal fragte ihr Vater sie wieder: "Mein liebes Mädel, liebst du mich wirklich?" "Ja Papa, seeeehr seeehr doll, das weißt du doch?" "Ja Mädel, ich dich auch seeeehr ... wirklich, du bist eine ganz liebe Tochter!!! Gib mir dann dein Kettchen."

Das Mädchen hatte die Frage schon erwartet. Papa hielt seine Hand auf. Bedrückt und mit Tränen in den Augen nahm sie ihr Kettchen ab. Ließ es in ihre Hand gleiten, schloss ihre Hand, hielt es noch einen Moment fest und öffnete sie langsam in der Hand ihres Vaters. Vater steckte seine Hand in seine Tasche, drückte seine Tochter fest an sich, holte danach etwas aus seiner Tasche und sagte: "Halt mal deine Hand auf." Das Mädchen hielt traurig seine Hand auf, Papa öffnete seine Hand und ließ ein herrliches Kettchen aus lauter reinem Gold und wunderschönen Edelsteinchen in ihrer Hand zurück, und in der Mitte funkelte ein echter kleiner Diamant.

KettchenDas Mädchen begann vor Rührung zu weinen. "Für mich ... ?" sagte sie ungläubig. So etwas Schönes hatte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Ein echtes goldenes Kettchen mit schönen Edelsteinchen und sogar einem prächtig funkelnden Diamanten! Nun weinte sie vor Glück, Freude und Rührung. Vater hatte es von den Trinkgeldern, die er bei Handwerkerarbeiten bei anderen manchmal bekam, zusammengespart.

Sie schmiegte sich an ihren Vater, rollte sich auf seinem Schoß zusammen und war wie hypnotisiert von dem funkelnden Kettchen, das sie durch ihre Finger gleiten ließ, und Vater umarmte und drückte sie. "Oh Papa, was bist du für ein lieber Papa. Das hatte ich überhaupt nicht erwartet, Papa, nicht erhofft." "Mein liebes Mädel", sagte er, "du bist mir viiieeel meeeehr wert als dieses Kettchen, ich will hiermit nur zeigen, wie sehr ich dich liebe." Sie hielt das Kettchen lange Zeit in ihrer Hand und betrachtete ständig die prächtigen Edelsteinchen und den strahlenden kleinen Diamanten, der im Licht funkelte. Schließlich tat sie es um ihren Hals und trug es ihr ganzes weiteres Leben.

Obwohl es ein sehr teures Kettchen war, war es nicht sein Preis, der es für sie so wertvoll machte. Es war eine Geste der Liebe und der Bemühungen ihrer lieben Eltern, die den für sie unschätzbaren Wert ausmachte.

Vader en dochterDies blieb für immer ein besonderer Tag, an dem die Tochter das Liebste und Wertvollste, was sie hatte und wovon sie sich so schwer trennen konnte, aus Liebe zu ihrem Vater weggegeben hatte. Nicht ahnend, dass ihr Vater ein noch viel schöneres Geschenk für sie bereithielt, wenn sie sich bereit zeigte, ihm den schönsten und kostbarsten Besitz, den sie hatte, zu geben.

Dies ist eine nette und rührende Geschichte, aber es liegt noch ein wertvoller Vergleich mit einer tieferen Bedeutung darin ...

Lies doch weiter, wenn du willst ...

 


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